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Rot ist doch schön*

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Hallo meine Lieben!

Es dauerte über ein Jahr, bis ich diesen Beitrag endlich veröffentlichen wollte. Eigentlich schrieb ich ihn immer wieder um und zweifelte, ob ich ihn überhaupt auf meinem Blog hochladen soll… Zu gross war doch die Angst, dass man in irgendeine Schublade gesteckt wird…

Nun, heute habt ihr die Ehre, ihn doch zu lesen. Wäre ja irgendwie auch schade, wenn ich solche interessanten Gedanken nicht mit euch teilen würde.

Wie ihr vielleicht bereits wisst, interessiere ich mich sehr für weibliche Themen.

Aktuell beschäftigt mich ein Thema wieder mehr: die Menstruation.

Auch hier gilt wieder: wer sich vor gewissen Themen ekelt, muss nicht weiterlesen 🙂

Warum eigentlich? Die Menstruation ist doch für uns Frauen das natürlichste der Welt? Könnte man meinen. Dem ist aber leider nicht so. Auch ich habe während der ganzen Jahre meine eigenen Erfahrungen gemacht.

Wobei ich mit meinen 10.5 Jahren (ich weiss, ziemlich jung!), als ich meine erste Periode hatte, von meiner Mama (danke dafür <3) positiv an das Thema herangeführt wurde. Meine Mama hat mir damals feierlich gesagt, dass ich jetzt eine Frau bin/werde. Und sie hat mir dann auch gleich gezeigt, wie das mit Binde und Co. funktioniert. Bei uns wurde dieses Thema nie mit Scham behandelt. Ich wuchs ziemlich offen und unverklemmt auf.

Wenn ihr euch vorstellt, wie ich mit 10.5 Jahren blutete, ist das alles andere als schön. Zudem plagten mich jeden Monat aufs neue wahnsinnige Bauchkrämpfe und Übelkeit. Teilweise konnte ich fast nicht zur Schule gehen. Die Blutung selbst dauerte (bis heute übrigens) 6-7 Tage und war stark. So stark, dass ich immer mal wieder mit Eisenmangel zu kämpfen hatte (das haben sogar sehr viele Frauen).

Gerade in der Schule schämte ich mich, wenn ich die Binde (oder später den Tampon) wechseln musste. Denn die anderen Mädchen hatten ihre Menstruation noch nicht und waren dem Thema gegenüber sehr verklemmt. Sie schämten sich sicher auch irgendwie.

Und trotzdem: meine Mama stand immer hinter mir und verstand mich! Auch wenn ich nur rumlag und mich vor Bauchschmerzen krümmte. Sie hatte natürlich ihre eigenen Erfahrungen gemacht…

Von ihr bekam ich immer Tipps gegen die Schmerzen (Bettflasche etc. – ihr kennt das ja :-)) und sie meinte immer, dass die Menstruation ja auch etwas Gutes hat: nämlich, dass sich die Gebärmutterschleimhaut immer wieder neu aufbaut und dann wieder abbaut. Dieses Zyklische hat mich nämlich schon früher fasziniert.

Allgemein finde ich den Zyklus einer Frau sehr spannend. Ich kann von Glück reden, dass ich (meistens – ich bin ja keine Maschine ;-)) einen Bilderbuchzyklus habe.

Mittlerweile, nach zwei Schwangerschaften und Geburten, kann ich sagen, dass meine Beschwerden WÄHREND der Periode schwächer geworden sind. Auch wenn die Menstruation selber immer noch 6-7 Tage dauert, das wird sich wohl nie mehr ändern.

Was immer noch geblieben ist (leider!) PMS.

Wie ihr HIER bereits lesen konntet, verwende ich seit Jahren eine Menstruationstasse. Auch jetzt nach der zweiten Geburt betrifft mich das Thema wieder und als Mutter mache ich mir manchmal jetzt bereits Gedanken, wie ich bei meiner Tochter später möglichst positiv zum Thema reagiere. Denn auch sie wird geprägt sein von ihren ersten Erfahrungen.

Letztes Jahr habe ich auf Netflix eine Doku („Period. End of sentence“) zum Thema Menstruation geschaut und seither beschäftigt es mich wieder mehr. Denn in vielen Ländern herrscht zu diesem Thema sehr viel Unwissen und die Frauen, welche menstruieren, werden als „unrein“ abgetan. Auch sehr viele Männer wissen übrigens nicht Bescheid darüber, was mich ebenfalls sehr erstaunt. Leben wir doch angeblich in einer so aufgeklärten und offenen Welt? Dies scheint nicht überall so zu sein.

Ich finde, man sollte die eigenen Töchter möglichst positiv und neutral an das Thema heranführen. Denn wenn man schlecht darüber redet, wird es auch für sie traumatisch und schmerzhaft. Logischerweise hat man noch mehr Bauchschmerzen, wenn man negativ darüber denkt. Man verkrampft sich ja auch mehr. Wichtig ist hier doch auch, dass man vor allem den biologischen Hintergrund genau erklärt.

Vor kurzem habe ich ein tolles Buch dazu gefunden: Rot ist doch schön.

Dies ist auch der Titel meines Beitrags und ich finde ihn überaus passend.

Denn wenn man sich als Frau mit den vielen weiblichen Themen auseinander setzt Canadian area code 779 , lernt man enorm Spannendes und auch Wichtiges über sich und seinen Körper.

Hierbei gehören für mich zum Beispiel auch die Bezeichnungen unserer Geschlechtsteile dazu.

Wie habt ihr damals eure Vulva genannt? In eurer Kindheit? Heute?

Schon als Kind empfand ich es als extrem befremdlich, wenn in anderen Familien die Vulva als «Schlitzli», «Schnäggli» oder «Späutli» (berndeutsch) bezeichnet wurde…

Auch dort finde ich, man sollte die Dinge beim richtigen (wenn auch fachlichen) Namen nennen.

Ausserdem werden bis heute die «Schamlippen» so bezeichnet, wobei das Wort «Scham» auch dort nicht passend ist. Wie soll man ein gutes Gefühl für seinen Körper entwickeln, wenn die Geschlechtsteile so abwertend benennt werden? Besser wäre «Vulvalippen», was natürlich am Anfang gewöhnungsbedürftig ist, aber durchaus Sinn macht.

Aber auch «Scheide» ist wohl ein Überbleibsel des heutigen Patriarchats… aber dazu ein andermal mehr 🙂

Übrigens ist die Bezeichnung «Vagina» um das gesamte Geschlechtsteil zu bezeichnen falsch, denn die Vagina bezeichnet nur den inneren Bereich → Vulva ist der äussere Teil.

Wir versuchen, unserer Tochter (und auch unserem Sohn!) ein gutes Gefühl für ihren Körper zu geben, egal in welchem Bereich. Ich denke, damit kann man die ersten Schritte in die richtige Richtung machen.

Wie seht ihr das? Welche Erfahrungen durftet ihr als Frau oder auch als Kind zu diesem Thema machen?

Nun dürft ihr mich Feministin nennen, wenn ihr wollt 😉 Nein, Spass, es sind für mich wirklich wichtige und alltägliche Themen.

Unten habe ich euch eine Liste mit Büchern, welche zu den angesprochenen weiblichen Themen passen:

Rot ist doch schön – Lucia Zamolo (wie oben erwähnt)

Moody Bitches – Julie Holland

Sex und so – Lydia Meyer

Periode ist politisch – Franka Frei

Der Ursprung der Welt – Liv Strömquist

Untenrum frei – Margarete Stokowski

Sie hat Bock – Katja Lewina

Ebbe und Blut – Luisa Stömer / Eva Wünsch

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