In Baby/Kleinkind

Das Besondere

Dieser Beitrag ist eigentlich nur einer Person gewidmet. Meinem geliebten Neffen, dessen „Gotti“ ich sein darf.

Mitmenschen

Ich möchte ein Thema ansprechen, was für mich sehr wichtig ist und auch irgendwie schon immer wichtig war. Unsere Mitmenschen mit Behinderung, Einschränkung, Handicap, wie man es auch nennen mag.

Da ich in meiner Familie selber davon betroffen bin, beschäftigt mich das Thema umso mehr.

Trisomie 21

Mein Neffe wurde mit Trisomie 21 (auch Down-Syndrom genannt) geboren. Er wurde aber von Anfang an ohne Bedingungen und mit viel Begeisterung in unserer Familie aufgenommen und wir alle freuen uns sehr über ihn. Für mich ist er etwas Besonderes, aber nicht etwa wegen der Trisomie 21, sondern weil er einfach ist wie er ist. Ich mag es nicht, wenn man Menschen auf ihre Handicaps reduziert. Denn jeder Mensch hat gute und halt auch schlechte Seiten.

Oft hört man von Leuten, dass die Down-Kinder so „Sonnenscheine“ sind. Für mich sind aber alle Kinder auf ihre Art Sonnenscheine. Die Leute meinen diese Aussage als eine Art Beschwichtigung weil das Kind ja behindert ist und man trotzdem etwas Positives sehen möchte darin. Deshalb zählt das für mich nicht. Zudem haben auch Down-Kinder schlechte Tage und haben mal schlechte Laune und sind nicht immer nur „Sonnenscheine“.

Stigmatisierung

Allgemein ist mir öfter aufgefallen, dass in der Gesellschaft Kinder mit Einschränkungen immer noch stigmatisiert werden und gerade Kinder mit Down-Syndrom werden oft als „mongoloid“ bezeichnet (ich wage dieses Wort gar nicht auszusprechen, schon als Kind fand ich es total unangebracht, wenn jemand aus Spass so bezeichnet wurde, aber auch wie man jemanden Betroffenen so bezeichnen kann). Und natürlich fällt mir auch auf, dass man mit einem behinderten Kind doof und mitleidig angeschaut wird.

Vielleicht empfinde nur ich es so, aber gerade ältere Generationen (ich will hier niemanden verurteilen!), sind offenbar weniger aufgeklärt und haben halt hier noch die alten Ansichten intus. Früher wurden Menschen mit Behinderungen in Heimen weggesperrt. Von Inklusion, Förderung und geschützten Arbeitsplätzen war gar nicht die Rede. Man schämte sich dafür.

Das ist in der heutigen Zeit zum Glück nicht mehr so! In der Schweiz gibt es viele tolle heilpädagogische Kindergärten und Schulen, Institutionen mit geschützten Arbeitsplätzen (in einer solchen habe ich selber in der Administration gearbeitet und habe es sehr geschätzt, mit Menschen aller Art zusammen zu arbeiten), geschulte Arbeitgeber. Es gibt sogar Regelschulen, welche Kinder mit Behinderungen wie Autismus oder eben Trisomie 21 integrieren. Was ich persönlich für die ganze Gesellschaft als ein grosses Plus erachte! Denn auch die „normalen“ Kinder können extrem davon profitieren, wie anders und individuell Menschen eben (mit oder ohne Behinderung) sind.

In der Schweiz erhält man von der Invalidenversicherung zudem auch finanziell Unterstützung und es gibt sogenannte Frühförderung, wovon die Kinder sehr profitieren können.

Ein grosses Plus für unsere Tochter

Auch für unsere Tochter finde ich es mehr als nur genial, dass sie mit einem solchen tollen Cousin aufwachsen darf, die beiden lieben sich übrigens heiss und innig <3

In der Zeit, seit mein Neffe auf der Welt ist, habe ich extrem viel durch ihn lernen können und sehe die Welt oft durch andere Augen.

Ich wünsche mir für uns alle auf diesem Planeten, dass Menschen, egal wie sie sind, integriert werden und wir alle zusammen friedlich sind. Das hört sich jetzt nach „Friede, Freude, Eierkuchen“ an, für mich war das aber schon immer wichtig! Mir spielt es keine Rolle, ob jemand eine helle oder dunkle Hautfarbe hat, ob er Christ oder Moslem ist, ob er homosexuell oder transsexuell ist usw.

Hauptsache man verstellt sich nicht, fühlt sich wohl und ist stolz darauf! Genauso sollten auch Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft aufgenommen werden!

Wie seht ihr das? Habt ihr auch Begegnungen mit Menschen gemacht, welche eine Einschränkung haben?

Buchtipp zum Thema:

Alles inklusive – Mareice Kaiser

Hier findet ihr Spannendes über Trisomie 21:

Insieme21

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2 Kommentare

  • Reply
    Maria
    10. Juli 2017 at 2:49

    Toller Beitrag. Da ich selber in diesem Bereich tätig bin, habe ich auch schon erlebt wie man von den Mitmenschen betrachtet wird, wenn man sich mitveinem
    Menschen mit Beeinträchtigung in der Öffentlichkeit bewegt.

    • Reply
      dreikaesehoch
      16. Juli 2017 at 20:09

      Liebe Maria, schön dass du schreibst 🙂 Das ist wirklich öfter der Fall, habe ich das Gefühl. Aber schön, gibt es viele liebe Menschen, die sich gut damit arrangieren können und eben auch solche Jobs machen wie du, finde ich toll 🙂 Liebe Grüsse

    Antworten