In Baby/Kleinkind

Stoffwindeln und Teilzeit-windelfrei*

Stoffwindeln

Hallo meine Lieben!

Heute melde ich mich endlich wieder bei euch.

Schon öfter wurde ich zum Thema Stoffwindeln gefragt und ich wollte euch sowieso darüber berichten.

Während meiner Schwangerschaft mit unserem Sohn haben mein Mann und ich uns entschieden, dieses Mal mit Stoffwindeln zu wickeln.

Wer Mühe mit dem Thema Ausscheiden (Stuhlgang und Pipi) hat, muss den Beitrag nicht lesen 😉

Gerne erzähle ich euch von unserer bisherigen Erfahrung mit den Stoffies und dem Thema Windelfrei.

Bei unserer Tochter haben wir uns damals auch die Überlegung gemacht, mit Stoff zu wickeln. Allerdings haben wir da in einer Wohnung gewohnt, wo das Waschen nicht ganz so einfach war. Man musste sich auf einer Liste eintragen, konnte also nicht flexibel waschen und die Wäsche hatte irgendwie auch nicht richtig Platz zum trocknen im Waschraum. Das waren für uns nicht gerade die optimalsten Bedingungen!

Umso besser, wohnen wir jetzt in einer Wohnung, wo wir flexibel waschen können und alles auch gut trocknet.

Während der Schwangerschaft habe ich mich ausführlich darüber informiert und mich bei diversen Freunden und Bekannten beraten lassen.

Im Internet gibt es so viele Infos dazu, sogar Youtube-Videos findet man 🙂

Unser System

Nach langem Forschen haben wir uns für das System „Überhose und Mullwindeln“ entschieden. Es gibt nämlich diverse Stoffwindel-Systeme und jede Familie muss für sich herausfinden, welches denn nun passt. Da muss man sich wirklich gut informieren.

Zusätzlich gibt es abertausende von Marken, welche Stoffwindeln herstellen. Wir haben uns für eine Marke entschieden, welche in der EU herstellt.

Stoffwindeln

Überhosen

Das System macht für uns Sinn, weil man die Überhose nur bei Bedarf wechselt und waschen muss. Wir wechseln sie jeden Tag, da wir aber auch genügend Überhosen auf Vorrat haben (11 Stück).

Die Überhosen haben eine One-Size-Grösse, welche man somit bis Ende der Windelzeit tragen kann. Dies erweist sich als sehr praktisch und auch kostengünstig.

Welch Zufall, dass ich im Internet ein Stoffwindel-Paket gefunden habe, welches unsere gewünschte Überhosen-Marke enthält.

Stoffwindeln

Mullwindeln

Bei den Bio-Mullwindeln haben wir uns für saugstarke und ungebleichte entschieden.

Waschen

Betreffend dem Waschen kann ich nur sagen, dass ich mit zwei kleinen Kindern sowieso viel waschen muss. Ständig ist irgendetwas dreckig etc.

Ich habe also genug Wäsche. Aktuell habe ich nicht das Gefühl, dass ich viel mehr wasche. Denn ich wasche die Mullwindeln im Wetbag bei 60 Grad mit und verwende etwas Hygienespüler (und natürlich Öko-Waschmittel, wer mich kennt, weiss das 🙂 ).

Die Überhosen müssen in einem Wäschenetz gewaschen werden. Dies, damit sich der PUL-Stoff nicht abnutzt.

Alle Mullwindeln und Überhosen hänge ich zum trocknen auf (nicht im Trockner trocknen!). Wenn wir die Mullwindeln auch noch in den Trockner geben würden, entspräche das nicht dem ökologischen Sinn, den wir möchten. Denn so ein Trockner frisst ganz schön viel Energie! PUL-Überhosen dürfen sowieso nicht in den Trockner.

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mir das Waschen der Stoffwindeln viel komplizierter vorgestellt, man muss sich einfach ein paar Dinge merken und eine Routine für sich entwickeln, welche passt.

Aufbewahren der Windeln

Die sauberen Stoffwindeln bewahren wir in einer grossen Kiste neben der Wickelkommode auf. So sind sie gut griffbereit.

Die benutzten Mullwindeln (von uns auch „Einlagen“ genannt), bewahren wir in einem sogenannten Wetbag auf. Da wir den Wetbag etwas offen lassen, riecht es nicht nach Ammoniak. Allerdings waschen wir eben auch alle zwei Tage wieder, sodass gar nicht gross Geruch entstehen kann.

Die benutzten Überhosen bewahren wir im Wäschenetz auf. Bisher war noch keine Windel verschmutzt (da wir unseren Sohn beim Stuhlgang abhalten, siehe unten).

Kosten

Für unsere Tochter hatten wir immer Öko-Windeln, welche natürlich sehr teuer sind. Klar, die Anschaffung von Stoffwindeln sieht anfangs extrem teuer aus. Wenn man aber bedenkt, dass man die Windeln bis Ende Windelzeit benutzen kann und sie danach sogar evtl. weiterverkaufen (oder bei einem weiteren Kind verwenden) kann, rechnet sich das schnell.

Kritiker behaupten, wir würden durch das Waschen der Windeln mehr Strom und Wasser benötigen. Beim Strom stimmt dies nach unserer Berechnung (mein Mann ist Elektroingenieur) nicht und beim Wasser sind es ganz minime Mengen. Die Herstellung der Einwegwindeln (Pampers und co.) braucht extrem viel mehr Wasser (und weitere, nicht gerade umweltfreundliche, Ressourcen!)

Wenn man bedenkt, welchen riesengrossen (tonnenschweren) Müllberg man sich damit sparen kann…

Unterwegs

Für unterwegs haben wir immer zwei Mulltücher und eine Ersatz-Überhose in einem kleinen Wetbag dabei. Die Mullwindel ist schnell gefaltet und gewechselt. Danach wird sie dann im Wetbag aufbewahrt und zu Hause gewaschen.

Da wir auch keine Feuchttücher mehr benützen (siehe Instagram), haben wir so keinen Müll dabei 🙂 Anstelle der Feuchttücher haben wir Waschlappen dabei und etwas Wasser ist ja sowieso immer vorhanden.

Weitere Vorteile

Was für uns auch ein weiterer Pluspunkt ist: wir müssen die Windeln nicht immer wieder kaufen, bestellen oder nach Hause tragen. Wir haben sie einfach immer auf Vorrat da.

Zudem sehen die Windeln mit den Motiven (welche man selbst auswählen kann) super süss aus 🙂

Stoffindeln

Unsere bisherige Erfahrung

Ich rede bewusst von unserer „bisherigen“ Erfahrung. Denn unser Sohn ist jetzt 15 Wochen alt und ich weiss, dass sich unser Wickelverhalten noch ein paar Mal ändern wird (wenn wir Beikost/Fingerfood einführen verändert sich der Stuhlgang und somit auch das ganze Wickeln).

Aktuell falten wir die Mullwindeln zum Dreieck mit Steg. Im Internet findet man ganz viele verschiedene Falttechniken. Die gefaltete Mullwindel wickeln wir um unser Baby und machen dann die Überhose fest. Bisher ist die Windel nur wenige Male ganz leicht auf der Seite ausgelaufen.

Stoffwindeln

Was für uns wichtig ist: wir wickeln spätestens alle 2-3 Stunden, manchmal sogar jede Stunde. Das haben wir schon bei unserer Tochter so gemacht, denn wir möchten nicht, dass unsere Kinder lange in ihrer „dreckigen „ Windel liegen müssen. Ausser natürlich sie schlafen, da wecken wir sie nicht 😉

Teilzeit-Windelfrei

Unsere Tochter haben wir die ersten Monate regelmässig für den Stuhlgang „abgehalten“. Es war für sie besser, so auszuscheiden, da sie etwas Verstopfung hatte. Irgendwann, warum auch immer, haben wir aber damit wieder aufgehört.

Bei unserem Sohn haben wir dies nun auch wieder eingeführt. Dadurch dass wir den Stuhlgang auf dem WC „erledigen“, haben wir natürlich noch weniger Wäsche bei den Stoffwindeln. Aber auch Pipi wird in den Standardsituationen (nach dem Schlafen, nach dem Tragen, nach dem Trinken) gut abgehalten. Auch hier spart man sich so viel Wäsche 🙂

Unser Sohn gibt uns seit Geburt ganz klare Signale, wann er abgehalten werden möchte. Er wird dann unruhig, quengelt, fuchtelt mit den Ärmchen und beginnt zu „drücken“. Daher ist es auch sehr praktisch, weil man genau weiss, dass er das so mitteilen möchte 🙂

Ihr fragt euch, wie wir nachts abhalten, wenn es denn sein muss? Dafür haben wir uns ein kleines Töpfchen organisiert (eine kleine Schüssel oder ähnliches tuts auch), über welches wir unseren Sohn dann halten. Mittlerweile müssen wir ihn nachts nur noch selten wickeln oder abhalten, denn er wacht dadurch auf und schläft dann nicht mehr – was natürlich nicht gerade von Vorteil ist.

Stoffwindeln

Wir erhoffen uns, dass unser Sohn mit diesen beiden Methoden eine gesunde Sauberkeits-Erziehung erfahren darf. Aber auch hier werden wir ihm selbstverständlich keinen Druck machen.

Jedes Kind ist anders und man merkt es als Eltern, wenn die Kinder bereit sind, sich von den Windeln zu trennen.

Bei Fragen zu den beiden Themen dürft ihr euch (wie immer 🙂 ) sehr gerne bei mir melden und ich bin sehr gespannt, was ihr so für Erfahrungen macht/gemacht habt.

Nun wünsche ich euch einen schönen Sommer 🙂

*WERBUNG, da Marke sichtbar

Das könnte Dir auch gefallen

Keine Kommentare

Antworten